Warum tracken wir?
Viele finden es natürlich toll, irgendwelche Kurven anzuschauen, aber ob Reports wichtig sind, kann man an ihren eigenen Öffnungszahlen sehen. 99% sind es nicht. Was verlieren wir, wenn wir diese Daten nicht mehr erheben? Nichts.
Wir wollen bessere Entscheidungen treffen
In jedem Unternehmen werden jeden Tag von jeder Person Entscheidungen getroffen. Die Digitalisierung und das Buzzword BigData haben dazu geführt, dass wir glauben, immer bessere Entscheidungen zu treffen, meistens, weil wir sie gar nicht treffen, sondern einem »schlauen« Algorithmus überlassen.
Was erheben wir?
Pascal Fantou hat einmal eine gesetzliche Krankenkasse dazu beraten, wie man als eine der am genauesten beobachteten Institutionen legal Google und Facebook Retargeting einsetzen kann. In diesem Prozess saßen mehrere Datenschutzverantwortliche der jeweiligen Bundesländer an einem Tisch und erklärten sehr plastisch, was für sie Datensparsamkeit bedeutet.
Wenn sich heute jemand auf der Seite einer Krankenkasse zum Thema HIV informieren will, gibt es keinen nachvollziehbaren Grund, warum das erfasst oder an irgendwen übermittelt werden sollte. Es gibt auch keine Erkenntnis, die aus personenbezogenem Tracking dort erfasst werden kann. Was aber immer geht, ist ein anonymer Zähler.
Aus dieser Perspektive wird klar, was an unserem Einsatz mit Tools heute falsch läuft. Wir erheben keine anonymen Zähler per default, sondern erheben und übermitteln alles, egal ob wir es wirklich brauchen.
Der Grund ist meist das Gieskannenprinzip, also eine Lösung, einen Tag für alles. Weil man da dann ja auch keine Entscheidung treffen muss.
Wenn schon Gießkanne, dann aber bitte ohne personenbezogene Daten.Und das geht so:
Anonym tracken in z.B. Google Analytics
Da kommt uns jetzt der erste Schritt zugute, also der »Daten Reboot«. Da wir per default keine personenbezogenen Daten mehr haben, können wir diese jetzt an andere Tools weiter geben. Allerdings nicht als JavaScript Tag, sondern als Server to Server Aufruf. In diesem Beispiel durch eine Art Google Analytics Proxy.
Measurement Protocol
Google bietet das sogenannte Measurement Protocol an, um Daten an Google Analytics zu übermitteln. Dabei hat man die volle Kontrolle, welche Daten übermittelt werden und welche eben nicht.
https://developers.google.com/analytics/devguides/collection/protocol/v1
Die Umsetzung kann man selber übernehmen oder eine Library wie diese verwenden:
https://github.com/theiconic/php-ga-measurement-protocol
Das wichtige dabei ist, dass man unter Kontrolle hat, welche Daten übergeben werden.
Client ID und User ID
Die User ID ist offensichtlich ein PBD, Bei der Client ID gibt es unterschiedliche Interpretationen.
Auf der sicheren Seite ist man, wenn man im default für jeden Aufruf eine neue Client ID generiert.
https://support.google.com/analytics/answer/6205850?hl=de
Welche Daten verlieren wir so?
keine Cookies
Nachdem für diese Methode kein Cookie eingesetzt wird, gehen alle Cookie Basierten Informationen verloren, die sich auf Besucher und Besuche beziehen.
kein JavaScript
Ebenfalls gehen alle Informationen verloren, für die JavaScript benötigt wird, wie z.B. die Bildschirmauflösung.
Fazit
Ja, es geht, und wenn man Gießkanne machen will ist das der einzig saubere Weg. Aber eigentlich wollen wir mehr Informationen haben um bessere Entscheidungen zu treffen. Das bedeutet in diesem Konzept aber auch, dass wir uns von der Gießkanne verabschieden, bzw. die Gießkanne als default behalten, und bestimmte Segmente markieren und dann anders behandeln.
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